Schwarzes Jahr für Chipindustrie_everythingmustgonyc.com

Schwarzes Jahr für Chipindustrie

Umsatzstärkste Smartphones, Tablets und PCs: Die Umsätze der Halbleiterhersteller weltweit sind eingebrochen; das ist nicht das einzige Anliegen des ZVEI.
Drei Wochen vor dem neuen Jahr. Auf dem Flohmarkt möchten sie jedoch 2019 besuchen. Schließlich war es in diesem Jahr nach der Finanzkrise Ende des letzten Jahrzehnts nicht so schlimm. Der weltweite Umsatz sank nach Angaben des ZVEI um 12 Prozent auf 413 Milliarden Dollar (373 Milliarden Euro).

Die Branche leidet unter der Tatsache, dass weltweit viel weniger Smartphones verkauft wurden, weniger Tablets und Computer, aber auch aufgrund niedrigerer Verkaufszahlen der Automobilhersteller.

Darüber hinaus habe der Handelsstreit zwischen den USA und China und dem bevorstehenden Brexit große Auswirkungen auf das Unternehmen gehabt, sagte Stefan Zur Werth, Präsident der ZVEI-Halbleitergruppe in München am Donnerstag. In Deutschland sanken auch die Produktionseinkommen um 12%.

Damit ist die schnelle Wiederherstellung abgeschlossen. In den beiden Vorjahren lag der Umsatz zunächst bei einem guten Fünftel, 2018 wuchs er noch um 14%. In diesem Jahr kauften jedoch fast alle großen Kundengruppen weniger bei Verth.
Der Umsatzrückgang ist jedoch nicht das einzige Anliegen des Branchenverbandes. Im Gegenteil, der ZVEI befürchtet vor allem die Produktion von Flöhen in diesem Land. Der Anteil Europas am Weltmarkt sank über viele Jahre auf neun Prozent, der Deutschlands auf gut drei Prozent.
Das sei wichtig für die Bundesrepublik und für den gesamten Kontinent, warnt Werth: „Halbleiter sind eine wichtige Technologie, um im internationalen Wettbewerb zu bestehen.“ Dies gilt nur für die deutsche Hauptindustrie, die Automobilindustrie. „95% aller automobilen Innovationen basieren auf Mikrochips“, sagt der NXP-Manager.

Auch andere Schlüsselindustrien in diesem Land, wie der Maschinenbau, hatten kleine elektronische Komponenten, insbesondere in Zukunftsbereichen wie der Robotik.

Im Ausland
Heute wird viel über technologische Souveränität gesprochen, und Wirtschaftsminister Peter Altmayer will, dass Deutschland weniger abhängig von ausländischen Anbietern ist. Der ZVEI hat gerade eine Arbeitsgruppe eingerichtet, die die Folgen einer Lieferunterbrechung bei ausländischen Herstellern untersucht.

Dass sie dramatisch sind, ist schon jetzt klar: Seit dem Zusammenbruch des Qimonda-Herstellers in München vor zehn Jahren ist kein einziger europäischer Hersteller von Speicherchips mehr übrig geblieben. Selbst die Hauptprozessoren, das Gehirn aller Computer, all das kommt von ausländischen Unternehmen.

„Wir diskutieren hier die unterschiedlichsten Szenarien“, sagt Sven Baumann, Mikroelektronik-Experte im ZVEI. Aber es liegen noch keine Ergebnisse vor.
Seit einigen Monaten wird der Telekommunikationsanbieter von Huawei kritisiert, die Chinesen sind nicht minder wichtig, der Präsident der Vereinigten Staaten, Donald Trump, als Sicherheitsrisiko beim Ausbau der Mobilfunknetze. Infolgedessen verbot sie US-Unternehmen, die Gruppe zu beliefern. Diese radikale Bewegung weckte auch den ZVEI. Die Hauptfrage ist: Was passiert, wenn ein solches Embargo Deutschland betrifft?

Es ist unwahrscheinlich, dass die Chinesen mit Token eine Rolle spielen. Chinesische Hersteller machen nur 4% des Umsatzes der Branche aus. Das sind amerikanische Unternehmen, die fast die Hälfte des Marktes einnehmen und von Deutschland abhängig sind.

Es gibt Unternehmen wie Intel, Qualcomm, Texas Instruments, Micron oder Nvidia, ohne die sie in Wolfsburg, Sindelfingen und Köln ohne Autokassetten arbeiten werden, und keine einzige Maschine wird sich mit dem Internet verbinden.